Tag 09 - 08.07.2005 - Tag der Schmerzen

Planung

Strecke: Landmannalaugar bis Landmannahellir

Auf der F208 bis zur Wegkreuzung mit der F225. Weiter auf der F225. In der Domadalshals sollte nach Norden ein Weg abzweigen der in der Atlaskort als Reitweg eingezeichnet ist. Wohl schoener um hoch zur Landmannahellir Huette zu kommen.

Part1: 6km
Part2: 13km
Part2b: 5km (nur das Stueck Reitweg!)
= 19km

Wegpunkte:

WP XF225: Wegkreuzung F225 mit F208 (sind auf F208 wechseln auf F225)
WP DMDLHL: Domadalshals
WP WPDG18: Wegpunkt von DG, hoffentlich auf dem Reitweg
600 HELLIF Furt Helliskvisl (pruefen ob das die vor oder nach der Huette war)
WP LANDMH: Landmannahellir Huette

Tagebuch

Landmanahellir Huette. Ja Huette, in der Huette.
Heute Morgen bei leichtem Regen von Landmannalaugar aus aufgebrochen. Noch kurz mit ein paar deutschen (auch Vater und Sohn) gesprochen. Sind zum dritten mal auf Island. Hatten aber die ersten zwei male besseres Wetter. Haben kurz vorher noch mit einer Seniorin gesprochen die _9_ Wochen auf Island ist und das nicht zum ersten mal. Auch ihnen ist aufgefallen das die Ueberland Buslinien zugunsten der Veranstalter von diversen Daytours zusammen gestrichen wurde. Lustigerweise war die Seniorin komplett in Kleidung der Globetrotter Hausmarke "Four Season" verpackt. Die beiden anderen waren ganz gut ausgeruestet. Trangia, JW Jacken (naja einige haben ja keine sehr hohe Meinung mehr von JW), Hilleberg Zelt, Lowe Alpine Rucksaecke. Wollten eigentlich den Laugavegur als Foto-Tour machen, bei dem Wetter haben sie aber keine Lust dazu gehabt und suchen jetzt nach Alternativen.
Wir sind dann mit den, jetzt wieder teuflisch schweren, Ruecksaecken auf die Piste: F224, F208, F225 -> hoch nach Landmannahellir.

Das Tragesystem von Berghaus ist bei dem Gewicht mal wieder uebelst zu ertragen. Wenigstens gehen die Fuesse halbwegs - zumindest bis zur Furt ca. 1km vor der Huette. Hier bekomme ich beim furten Sand in eine halb offene Blase gespuelt. Der restliche Weg bis zur Huette ist Schmerz in Reinform. Aufgrund des zunehmend stuermischen Wetters und meiner Fussbeschwerden waehlen wir fuer die naechste Nacht mal einen Platz in der Huette. Bekommen dann einen Platz in der grossen Huette zugewiesen die wir im vorbeigehen erst fuer einen Stall gehalten hatten. Ist zwar noch etwas kalt hier aber wenigstens sind wir weitestgehend allein. Wenn die Huette voll ist wird es bestimmt unangenehm hier.
Ein spanisches oder italienisches Paar beabsichtigt wohl auch hier zu naechtigen. Sind aber im augenblick noch einmal weg gefahren.

Ich "operiere" erst einmal meine Fuesse. Es schmerzt. Habe jetzt ca. die Haut von der Flaeche eines fuenf Mark Stuecks raus geschnitten. Mal sehen wie sich das morgen anfuehlt.
Mein Vater hat in der Zwischenzeit das Abendessen, Gartengemuese Sojarisotto Trekker Mahlzeit, gekocht. Jetzt was lesen, Aufzeichnungen und Cappucino trinken. Im sitzen oder liegen schmerzt es jetzt fast garnicht mehr. Schlimm wird es wohl wenn ich auf Toilette muss. Draussen stuermt es noch. Denke es war ganz gut in die Huette zu gehen. Mal sehen ob ich morgen bis Afangagil komme. Wieder 21km. Etwas mehr Steigung dafuer aber mindestens 5km weglos laufen, das verspricht in gewisser weise etwas Abwechslung.

Anmerkungen

Auch wenn ich es nicht besonders heroisch finde auf so einer Tour in einer Huette zu uebernachten, wenn es nicht wirklich noetig ist (wie z.B. die Uebernachtung in der Baldvinskali Huette), war es wahrscheinlich nicht die schlechteste Entscheidung da Sand in einer offenen Wunde wirklich fuerchterlich schmerzt. Schade war eigentlich nur das viele der anderen Reisenden die man in den Huetten antrifft quasi kein Englisch sprechen.

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